Seniorenrat
Notrufknopf am Handgelenk: kleines Notrufgerät als Armband für Senioren

Notrufknopf für Senioren: Modelle, Preise und Anbieter (Stand 2026)

Luisa Schneider

Luisa Schneider

Pflegeberaterin

Ein Notrufknopf ist das eigentliche Herz jedes Hausnotruf-Systems — der kleine Knopf, den Senioren als Armband, Halskette oder am Gürtel tragen. Wer den Knopf drückt, wird sofort mit der Notrufzentrale verbunden — 24 Stunden, jeden Tag im Jahr. Dieser Ratgeber erklärt die Trageformen, die typischen Preise (oft im Hausnotruf-Tarif enthalten) und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

Der Notrufknopf ist das tragbare Notruf-Gerät — Armband, Halskette oder Clip-Modell. Im Notfall einen Knopf drücken, und die Notrufzentrale meldet sich rund um die Uhr. Reichweite zur Hausnotruf-Basisstation: typisch 50–100 m im Haus, einige Modelle 200 m. Akku-Laufzeit: 1–2 Jahre (Knopfzelle) oder ladbar bei modernen Modellen. Wasserdicht für Bad/Dusche. Preis: meist im monatlichen Hausnotruf-Tarif von 25–35 € enthalten — bei Pflegegrad 1+ übernimmt die Pflegekasse 25,50 €/Monat.

Was ist ein Notrufknopf?

Ein Notrufknopf ist ein kleines tragbares Gerät mit einem auffälligen Knopf — typisch:

  • Armband mit weichem Hautfreundlichen Stoff oder Silikon
  • Halskette (Anhänger) für Personen, die kein Armband mögen
  • Clip-Modell für Gürtel oder Hosentasche

Der Knopf ist über Funk verbunden mit der Hausnotruf-Basisstation in der Wohnung — diese hat einen Lautsprecher und Mikrofon und stellt die Verbindung zur Notrufzentrale her.

Wichtig: Der Notrufknopf allein funktioniert nicht ohne die Hausnotruf-Basisstation in der Wohnung. Die beiden Geräte sind ein System (siehe Hausnotruf-Systeme).

Trageformen

Armband

  • Beliebteste Form — immer am Körper, kann nicht vergessen werden
  • Verschiedene Bandfarben: schwarz, beige, weiß, silikon-bunt
  • Verschluss: einfach zu öffnen für ältere Menschen
  • Wasserdicht — Dusche und Wannenbad möglich

Halskette

  • Geeignet für Personen, die das Armband ablehnen oder Hand-Schmuck tragen
  • Reissverschluss öffnet sich bei Zugbelastung — wichtig, falls die Kette hängenbleibt
  • Wasserdicht ebenfalls

Clip / Gürtel-Knopf

  • Befestigung an Gürtel, Hosenschnur oder Hemdkragen
  • Weniger beliebt — kann beim Umkleiden vergessen werden
  • Praktisch für Personen, die mehrere Stunden draußen verbringen (Garten)

Funktionsweise

Wenn die pflegebedürftige Person den Knopf drückt:

  1. Funk-Verbindung zur Basisstation in der Wohnung wird aktiviert
  2. Basisstation ruft die Notrufzentrale an (über Festnetz, Mobilfunk oder Internet)
  3. Sprechverbindung über Lautsprecher und Mikrofon der Basisstation — die Person muss nicht zum Telefon
  4. Mitarbeiter:in der Notrufzentrale klärt die Situation: Sturz? Schmerzen? Verwirrtheit? Familienmitglied informieren?
  5. Im Bedarfsfall: Helfer (Angehörige, Nachbarn, Pflegedienst, Rettungsdienst) werden alarmiert

Bei versehentlicher Auslösung kann die Person der Notrufzentrale einfach sagen, dass alles in Ordnung ist — kein weiterer Alarm.

Reichweite und Akku

Reichweite

  • Standard-Modelle: 50–100 m im Haus
  • Premium-Modelle: bis 200 m, auch im Garten
  • Mobile / GPS-Hausnotruf: unbegrenzte Reichweite (siehe Hausnotruf-Systeme)

Akku

  • Knopfzelle: typisch 1–2 Jahre Lebensdauer
  • Lithium-Akku: ladbar, hält mehrere Tage zwischen Ladungen
  • Akku-Tausch / -Wechsel: beim Wohlfahrtsverband meist im Service-Vertrag enthalten

Wichtig: Achten Sie auf akustische Akku-Warnung — moderne Modelle piepen bei niedrigem Akku, einige Tage vor Erschöpfung. Bei sehr alten Modellen ohne Warnung: regelmäßige Akku-Prüfung durch den Anbieter.

Sonderfunktionen

Sturz-Sensor

  • Automatischer Notruf wenn ein Sturz erkannt wird
  • Nicht zwingend, aber sinnvoll bei hoher Sturzgefahr und kognitiver Einschränkung
  • Aufpreis typisch 5–15 €/Monat

Inaktivitäts-Warnung

  • Sender meldet sich, wenn die Person sich mehrere Stunden nicht bewegt
  • Bei Demenz oder schweren Erkrankungen sinnvoll

GPS-Tracking

  • Standortbestimmung des Notrufknopfs — wichtig bei mobiler Nutzung
  • Bei Demenz mit Weglauftendenz als Sicherheits-Maßnahme

Kosten

In der Regel ist der Notrufknopf in den Hausnotruf-Tarifen enthalten — keine separate Anschaffung nötig.

Modell Monatliche Kosten Hausnotruf-Tarif
Standard-Armband + Basisstation 25,50 € (vom Pflegekassen-Zuschuss bei Pflegegrad 1+ gedeckt)
Mit Sturz-Sensor + 5–15 €/Monat selbst
Mit GPS-Tracking + 10–25 €/Monat selbst
Smartwatch-Variante typisch 30–60 €/Monat (oft nicht voll von Pflegekasse gedeckt)

Pflegekassen-Zuschuss von 25,50 €/Monat + einmalig 10,49 € für Aufstellung — siehe ausführliche Diskussion in Hausnotruf mit Pflegegrad.

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Was bei der Auswahl wichtig ist

Bedienbarkeit für ältere Menschen

  • Großer, gut gefühlter Knopf — nicht zu sensibel (versehentliche Auslösung)
  • Kein versehentliches Öffnen des Verschlusses
  • Kein zu kleinen Symbol-Buttons — bei Demenz oder schlechtem Sehvermögen verwirrend

Wasserdichte

  • Pflegebedürftige Personen sollten den Knopf auch in der Dusche tragen können — sonst nutzlos im Bad (häufiger Sturzort)
  • IP67 oder höher ist Standard

Trage-Komfort

  • Weicher Bandstoff (nicht hart, nicht juckend)
  • Variable Größe — auch für sehr dünne Handgelenke
  • Hypoallergen für Personen mit empfindlicher Haut

Akku-Wartung

  • Jährliche Erinnerung des Anbieters für Akku-Wechsel?
  • Service-Vertrag mit Akku-Tausch enthalten?

Häufige Fragen zum Notrufknopf

Wie viel kostet ein Notrufknopf?

Im Standard-Hausnotruf-Tarif ist der Notrufknopf enthalten — keine separate Kosten. Der gesamte Tarif kostet 25–35 €/Monat (mit dem 25,50 €-Pflegekassen-Zuschuss meist gedeckt).

Welche Trageform ist am besten?

Die meisten Anwender wählen das Armband — immer am Körper, kann nicht vergessen werden. Bei Personen, die kein Armband mögen: Halskette mit Reissverschluss (öffnet sich bei Zugbelastung).

Wie groß ist die Reichweite?

Standard 50–100 m im Haus. Bei großen Wohnungen / Gärten: Premium-Modelle bis 200 m oder ein mobiler GPS-Hausnotruf mit unbegrenzter Reichweite.

Funktioniert der Notrufknopf in der Dusche?

Ja, wenn das Modell wasserdicht ist (IP67+). Praktisch alle modernen Hausnotruf-Anbieter haben wasserdichte Notrufknöpfe. Bei der Vertragsauswahl explizit nachfragen.

Wie lange hält der Akku?

Knopfzellen: 1–2 Jahre. Lithium-Akkus: einige Tage zwischen Ladungen. Beim Pflege-Provider ist der Akku-Wechsel meist im Service-Vertrag enthalten.

Kann ich den Notrufknopf auch außer Haus mitnehmen?

Nein, im Standard-System nicht — der Notrufknopf braucht die Hausnotruf-Basisstation als Verbindung. Bei mobiler Nutzung: mobiler GPS-Hausnotruf (extra Tarif), oder Smartwatch mit Notruf-Funktion.

Was passiert bei Stromausfall?

Hausnotruf-Basisstationen haben einen Notakku für 12–48 Stunden Stromausfall. Notrufknopf funktioniert weiter. Bei längerem Stromausfall: einige Anbieter haben automatische Mobilfunk-Backup-Verbindung.

Was tun bei versehentlicher Auslösung?

Die Notrufzentrale meldet sich am Lautsprecher der Basisstation — einfach sagen, dass alles in Ordnung ist. Kein weiterer Alarm. Kein Strafzuschlag o. ä.

Wie schnell kommt jemand bei einem Notruf?

Die Notrufzentrale meldet sich typisch innerhalb 30 Sekunden. Bei tatsächlichem Notfall: Helfer (Angehörige, Nachbarn, Pflegedienst, Rettungsdienst) werden binnen Minuten alarmiert. Reaktionszeit der Helfer abhängig von der Region — auf dem Land länger als in der Stadt.

Wer testet Notrufknöpfe?

Stiftung Warentest (zuletzt 2022) und Verbraucherzentralen. Mehr Details im Artikel zum Hausnotruf-Test der Stiftung Warentest.

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